Kategorie: Notizen

Ein Blog mit Beobachtungen, Texten und Einblicken in die Werkstatt.

  • 5-Sterne-Kritik

    5-Sterne-Kritik auf Amazon

    Es gibt dystopische Romane, die so fern einer nachvollziehbaren Realisierung sind, so dass sich nach ihrer Lektüre der Gedanken einschleichen mag, so schlimm werde es wohl nicht kommen. Dieser Trost bleibt dem Leser von Edgar Franzmanns Roman verwehrt; er zwingt keine aktuellen Betrachtungen auf, legt sie noch nicht einmal nahe, gibt aber immer wieder Anleitungen, Bilder des Schreckens zu entwerfen.

    Neuropa heißt nach einer kurzen, aber heftigen atomaren Auseinandersetzung die neue staatliche Ordnung in Mitteleuropa, neben der im europäischen Raum noch andere zwischenstaatliche Ordnungen entstanden sind. Das europäische Machzentrum aber liegt in Deutschland und wird regiert von einer autoritär agierenden Clique, deren Mitglieder z.T. familiär verwoben sind.

    In einer anfangs kleinen und dann wachsenden und mit beträchtlichem digitalen Geschick insgeheim operierenden Gruppe wächst der Widerstand gegen das „System“, wie die Diktatur von den Widerständlern genannt wird.

    Obwohl nur ein einfaches Mitglied, ist der am Beginn des Romans 76 – jährige pensionierte Oberstudienrat für Geschichte und Literatur Jonathan Goldt Hauptprotagonist der Gruppe. Die Widerstandsgruppe nennt sich die „Chroniker“ in Anlehnung an Dalis berühmtes Gemälde der Uhren.

    Der Roman versteht es, die Utopie der Widerständler, nicht allein als Entmachtung der Mächtigen und damit das Ende der Diktatur zu formulieren, sondern auch sinnstiftende Assoziationen an die Literatur zu wecken .So spiegeln sich in den zitierten Dystopien, wie z.B. der Klassiker „Fahrenheit 451“, die Kämpfe der Widerständler. Mit der Zeit wird klar, dass es nicht nur ein ständig lauerndes Netzwerk staatlicher Überwachung mit allen Tricks gibt – Monopolisierung der öffentlichen Sprache, medialer Dauerbeschallung usw. -, sondern auch andere vage beschriebene Intuitionen des Widerstands, die sich um eine Führungsfigur namens Zorak gruppieren.

    Die Handlung setzt mit dem neuen Gesetz ein, das allen siebenundsiebzigjährigen Bürgern nicht nur die Rentenzahlung einstellt, sondern ihnen auch medizinische Versorgung, ja sogar Wohnraum verweigert wird, um sie im weiteren Gang der Entwicklung beseitigen zu wollen. Diese Morde werden als Taufen“ in den Medien gepriesen und als Opfer der Alten für die Jugend. Goldt ist also selbst in nächster Zeit von dem Gesetz betroffen.

    Aus dieser Grundkonstellation ergibt sich die Handlung des Romans. Der Konflikt zwischen den beiden rivalisierenden Gruppen greift immer weiter um sich, wird immer drastischer und führt letztlich – so viel sei verraten – zu einer gewaltsamen Konfrontation der beiden.

    Diese Geschichte wird bilderreich beschrieben und ist spannend, wenn man nach einiger Zeit die Handlungsstränge und Akteure kennengelernt und eingeordnet hat. In scharfem Schnitt kommt es immer wieder zu überraschenden Wendungen. Es gibt ein Ende, aber der Roman läuft nicht langsam und vorhersehbar darauf zu. Bis zum Schluss ist möglich, dass das Ende auch anders ausgehen könnte. Also kein Kuschelroman für den winterlichen Kaminabend und auch keine sandverwehte Urlaubslektüre. „Neuropa 77“ ist ein Kommentar der Tagesgeschehnisse und aktuellen Entwicklung auf ganz eigene Art.

  • Neue Cover

    Neue Cover mit gestalteter Rückseite

    Bei den Büchern, die ich selbst herausgebe, erstelle ich auch die Cover.

    Bei meinem neuen Köln-Krimi „Und dann passiert nix!“ (erscheint am 5.2.2026) habe ich erstmals auch Rückseite und Buchrücken mitgestaltet.

    Das Ergebnis gefiel mir so gut, dass ich das Prinzip nachträglich auch für meine Bücher „Unter der Haut 2.0“ und „NEUROPA 77“ übernommen habe.

    Allen drei Covern habe ich auf der Rückseite mein „Hut-Logo“ spendiert, wenn auch sehr zart und manchmal leicht versteckt.

    Ich arbeite mit Adobe Photoshop Elements, einem abgespecktem Programm, mit dem ich gut klarkomme. Ich habe noch eine Kaufversion mit „ewiger“ Lizenz.

    Ein Klick auf die Cover-Fotos öffnet jeweils eine größere Version.

  • Drei neue Romane

    Warum drei neue Romane?

    In den ersten fünf Wochen des Jahres 2026 erscheinen gleich drei neue Romane von mir. Warum ist das so?

    Und dann passiert nix!
    Unter der Haut 2.0
    NEUROPA 77

    „Und dann passiert nix!“ ist ein Köln-Krimi, der mich schon lange umtreibt. Wie kann es sein, dass in unserer Stadt so vieles versucht und so wenig umgesetzt wird? Der FC auf den Gleueler Wiesen. Der Großmarkt in Marsdorf. Das Trauerspiel um die Oper. Vor gut einem Jahr hatte ich die entscheidende Idee: Ich bringe Georg Rubin zurück. Nach sieben Jahren Abwesenheit spürt er dramatische Veränderungen in Stadt und Gesellschaft. Vieles bröckelt. Alte Wahrheiten gelten nicht mehr. Jetzt geht es um „Kriegstüchtigkeit“. Und die Waffengeschäfte, die er in Köln entdeckt, sind real. Obwohl kaum einer sie kennt. Vielleicht wird das mit diesem Krimi anders. Ab 5.2.2026 als eBook und Taschenbuch bei Amazon.

    „Unter der Haut 2.0“ ist die völlige Neubearbeitung meines Romans „PowerBlood“, den ich vor drei Jahren schnell beenden wollte, weil ich Angst hatte, ich könnte wegen meiner Krebskrankheit nicht fertig werden. Die Kunst der Ärzte hat mir weitere Jahre beschert, deshalb schrieb ich diese um 200 Seiten erweiterte erweiterte Neuausgabe. Ein Roman mit Vorgeschichte, und doch ganz anders. Als eBook und Taschenbuch im Januar 2026 bei Amazon erschienen.

    „NEUROPA 77“ ist eine Dystopie, die gegenwärtiger ist, als ich angenommen hatte. 1933 in Deutschland waren Juden und Regimekritiker die Opfer, heute in den USA sind es Ausländer und Regimekritiker, in „NEUROPA“ wird auf Rentner und Regimekritiker Jagd gemacht. Ich musste die Geschichte vom alten Jonathan und der jungen Elena erzählen, als Warnung, die aber auch Hoffnung macht. Deshalb ist das Buch im Januar 2026 mit neuem Untertitel neu erschienen: „Jonathan und Elena – Hoffnung stirbt nicht“.